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Presseinformation

Dresden, 21. November 2016

Konjunkturmotor läuft im Sachsen-Handwerk auf Hochtouren
Sächsischer Handwerkstag: Resultate der Herbstkonjunkturumfrage 2016 im Wirtschaftsbereich Handwerk vorgestellt

Bei der „Wirtschaftsmacht von nebenan“ in Sachsen läuft der Konjunkturmotor – wie schon in den zurückliegenden drei Jahren – unverändert auf Hochtouren. Getrieben werden die Geschäfte zuallererst vom Binnenkonsum infolge einer anhaltend positiven Arbeitsmarkt-Entwicklung, gestiegener Reallöhne sowie einer Zinsflaute an den Kapitalmärkten. Nicht zuletzt mangels attraktiver Anlagealternativen geben Privatverbraucher offenbar ihr Geld mehr für die eigenen vier Wände, für ein neues Auto oder für anderweitig hochwertige Güter und Dienstleistungen aus. Zudem profitieren mittlere und größere Betriebe vielfach von Bau- und Ausbauvorhaben der öffentlichen Hand. – Dieses Fazit zur aktuellen Wirtschaftslage zog Handwerkstag-Geschäftsführer Dr. Andreas Brzezinski am Montag vor der Presse in Dresden.  

Laut Herbst-Konjunkturbericht 2016 bewerten inzwischen nahezu zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) ihre Geschäftslage als gut, 32 Prozent als befriedigend, nur 6 Prozent als schlecht. Damit überflügeln die Positiv-Werte unterm Strich ein weiteres Mal die eines Vorjahr-Befunds (gut: 56; befriedigend: 36; schlecht: 8). – Optimistisch äußert sich das Gros der Handwerker zu Geschäftserwartungen in den kommenden Wochen: Mit guten bzw. befriedigenden Geschäften rechnen 59 bzw. 35 Prozent der Betriebe; lediglich 6 Prozent befürchten eine Verschlechterung.     

Als Konjunkturlokomotive fürs Gesamthandwerk erweisen sich – wie eh und je –
Betriebe des Bauhaupt- und Baunebengewerbes (Ausbaugewerbe). Ihre aktuelle Situation bewerten Unternehmen dieser beiden Gewerbezweige zu 65 bzw. 73 Prozent (Herbst 2015: 59 bzw. 65) mit gut, zu 30 bzw. 24 Prozent (2015: 33 bzw. 30) mit befriedigend.

Angesichts reichlich gefüllter Auftragsbücher noch weiter aufgehellt ist die Stimmung ebenso bei Handwerkern, die für den gewerblichen Bedarf (Feinwerkmechaniker, Elektromaschinenbauer, Metallbauer usw.) produzieren, sowie bei Betrieben des Kfz-Gewerbes und des Nahrungsmittelhandwerks (Bäcker, Fleischer, Konditoren). Auf hohem Vorjahreslevel bestätigt haben sich die Werte bei Anbietern personenbezogener Dienstleistungen (Friseure, Schornsteinfeger, Gold- und Silberschmiede, Fotografen, Maßschneider etc.) sowie bei denen im  Gesundheitsgewerbe (Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Zahntechniker usw.)
Allein im Kfz-Gewerbe (vor allem Kfz-Techniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer) geben inzwischen 41 Prozent der Befragten (2015: 30) ihre Geschäftslage mit gut an, 51 Prozent (2015: 54) mit befriedigend und – wie im Vorjahr – nur 8 Prozent mit schlecht.

Gestützt wird das stabile Konjunkturhoch im Wirtschaftsbereich Handwerk ebenso durch das Kriterium der Beschäftigtenzahl. Mit anteilig 81 Prozent (2015: 79) geben, nicht zuletzt vor dem Hintergrund knapper werdender Fachkräfte, deutlich mehr als Dreiviertel der befragten Betriebe an, den Personalbestand konstant gehalten zu haben. Dagegen haben – in etwa wie im Vorjahr – 10 Prozent der befragten Firmen (u.a. im Bauhauptgewerbe sowie in der Kfz-Branche) Belegschaften aufgestockt. Nur 9 Prozent der Firmen (2015: dito) reduzierten Personal.

Positiv entwickelt haben sich auch Umsätze und Verkaufspreise für handwerkliche Produkte und Dienstleistungen. 61 Prozent der Befragten (2015: 59) verweisen auf Umsätze im Vorjahresniveau, ein Viertel (2015: 23 Prozent) auf Zuwächse, 14 Prozent (2015: 18) auf Rückgänge. – Zu den Verkaufspreisen: Rund ein Fünftel der befragten Betriebe (2015: 18 Prozent) hat nach eigenen Angaben am Markt höhere Preise durchsetzen können. Dagegen machen, wie im Vorjahr, 77 Prozent der Betriebe deutlich, an die Kalkulation vom Vorjahr angeknüpft zu haben.    

Gegenüber Herbst 2015 im Sachsen-Handwerk erneut leicht besser fallen die Werte bei Auftragseingängen/Auftragsbestand aus, einem wichtigen Frühindikator für die künftige Geschäftstätigkeit. Immerhin 22 Prozent der Firmen (2015: 21) melden ein Plus (vor allem jene im Bausektor), nur noch 13 Prozent (2015: 17) ein Minus bei Auftragseingängen. Bei zwei Dritteln der Befragten (2015: 62) entspricht das Auftragsvolumen dem des Vorjahres.   

Trotz unverändert niedriger Kreditzinsen am Kapitalmarkt bedeckt halten sich sächsische Handwerksbetriebe bei Investitionen. Dem Konjunkturbericht zufolge stellen hierfür 14 Prozent der Betriebe (2015: 13) mehr Geld zur Verfügung. 60 Prozent der Firmen (2015: 59) verharren bei Investitionsausgaben für Neu- bzw. Ersatzgüter auf dem Vorjahresniveau.    

An der Herbst-Konjunkturerhebung 2016 im Sachsen-Handwerk beteiligten sich 2.158 von insgesamt 11.049 angeschriebenen Unternehmen (= 19,5 Prozent).

Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Frank Wetzel,
0351/4640 510
0351/4640 511

www.handwerkstag-sachsen.de

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